Unfallgefahr: Defekte Radlager

Die Funktion des Radlagers

Das Radlager ist ein sicherheitsrelevantes Bauteil, es führt und stützt die Achse. Das Kugel- oder Kegelrollenlager nimmt die durch Drehbewegungen, Reifenrempler und Kurvenfahrten erzeugten axialen und radialen Kräfte auf. Gleichzeitig sorgt es dafür, dass sich die Räder möglichst ohne Reibungsverluste drehen. Das spart Sprit und reduziert dadurch den Ausstoß von Kohlendioxid. Während der innere Ring fest mit der Achse verbunden ist, bildet der äußere Ring den stabilen Übergang zum Fahrwerk. Bei manchen Modellen ist der Radzahlsensor für das ABS bereits im Bauteil integriert. 
Radlager weisen bei sorgfältiger Fahrweise eine lange Haltbarkeit auf. 200.000 km sind bei Qualitätslagern keine Seltenheit bis ein Wechsel aufgrund von Verschleiß notwendig wird.

Defekte Radlager „bollern“

Wenn ein Radlager kaputt ist, dann erkennen Sie das leicht an dem metallischen Rollgeräusch. Ein verändertes Lenkgefühl kann ebenfalls auf eine Beschädigung hinweisen. 

Am Anfang ist dieses Bollern noch sehr leise und kaum wahrnehmbar. Meistens braucht es jedoch nur wenige hundert Kilometer, bis das Geräusch deutlich hörbar wird. Wenn Sie testen wollen welche Seite kaputt ist, dann achten Sie bei Kurvenfahrten darauf, wie sich das Geräusch verändert: In einer Rechtskurve nimmt die Belastung auf das innere, rechte Radlager ab. Wird das Bollern lauter, dann ist die linke Seite betroffen. Zudem lässt die Präzision der Lenkung stark nach. Spätestens jetzt sollte das Fahrzeug in die Werkstatt, denn wenn das Lager sich verkeilen sollte, sind Sie nicht mehr in der Lage Hindernissen auszuweichen. Damit riskieren Sie Ihre Gesundheit und das Leben Ihrer Beifahrer und anderer Verkehrsteilnehmer, besonders bei höheren Geschwindigkeiten.

Ein mangelhaftes Radlager zu ignorieren ist nicht nur sehr gefährlich, es zieht oft auch erhebliche und unnötige Folgekosten nach sich: Die Radnabe kann in Mitleidenschaft gezogen werden oder das Schmierfett im Lager verbrennt durch Überhitzung und löst eventuell einen Brand aus. 
Dass der Gutachter beim TÜV gnadenlos die Plakette verweigert ist gerechtfertigt.

Die Ursachen für Beschädigungen

Mit der Fahrweise können Sie die Abnutzung beeinflussen: Ruppiges Fahren gegen Kantsteine und durch Schlaglöcher stellen eine massive Belastung dar. Harte radiale oder axiale Schläge können die Wälzlager verformen. Auch extremes Fahren durch Kurven erhöht den Verschleiß.
Da jegliche massiven Stöße dem Radlager schaden, sollten Sie beim Bremsenwechsel Gewalteinwirkung durch Hammerschläge vermeiden. Meistens machen sich solche Verformungen erst Monate später bemerkbar und werden deshalb mit der Reparatur gar nicht mehr in Zusammenhang gebracht. Mit Rostlöser und viel Geduld lassen sich die festgesetzten Teile zwar mit mehr Aufwand, dafür aber schonend abbauen. 
Die Qualität der Dichtungen, die Reinheit des Schmierfettes und die Verarbeitung der einzelnen Teile tragen zur Belastbarkeit maßgeblich bei. Für die Sicherheit und für eine lange Haltbarkeit ist es überlegenswert zu einem teureren, ab dafür langlebigen Produkt zu greifen. Radlager können prinzipiell einzeln ausgetauscht werden. An einer Achse beide Lager gleichzeitig zu reparieren lohnt sich nur, wenn das zweite Radlager in absehbarer Zeit auch gewechselt werden muss.